Ist Buy & Hold eine Anlagestrategie?

Warum Buy & Hold für viele Privatanleger nicht optimal ist – und welche Alternativen es gibt

Warum Buy & Hold für viele Privatanleger nicht optimal ist: unterschätzte Risiken, hohe Schwankungen und strukturierte Alternativen im Überblick.

Warum Buy & Hold für viele Privatanleger nicht optimal ist – und welche Alternativen es gibt

Einleitung

Buy & Hold gilt seit Jahrzehnten als Königsweg der Geldanlage.
Einmal investieren, liegen lassen, langfristig profitieren – so einfach klingt das Konzept.

In der Praxis zeigt sich jedoch: Für viele Privatanleger ist Buy & Hold nicht die optimale Lösung.
Nicht, weil die Idee grundsätzlich falsch wäre, sondern weil sie nicht zu den realen Rahmenbedingungen vieler Anleger passt.

Dieser Artikel beleuchtet nüchtern:

  • wann Buy & Hold funktioniert
  • wo die Schwächen liegen
  • und welche strukturierten Alternativen es gibt

1. Was Buy & Hold gut kann

Buy & Hold hat klare Stärken – sonst wäre es nicht so populär:

  • geringer Zeitaufwand
  • niedrige Transaktionskosten
  • langfristige Teilnahme am Wirtschaftswachstum
  • psychologisch einfach (theoretisch)

Gerade für:

  • sehr langfristige Anleger
  • mit hoher Risikotoleranz
  • und ohne Kapitalentnahmebedarf

kann Buy & Hold eine sinnvolle Basisstrategie sein.

2. Das zentrale Problem: Drawdowns werden unterschätzt

Der größte Nachteil von Buy & Hold ist nicht die Rendite, sondern der Kapitalverlauf.

Historisch mussten Anleger immer wieder:

  • 40–60 % Kursverluste aushalten
  • über mehrere Jahre auf neue Höchststände warten

Beispiele:

  • Dotcom-Blase
  • Finanzkrise
  • Corona-Crash
  • Inflations- und Zinswende

👉 Theoretisch aushaltbar – praktisch extrem schwierig.

Viele Privatanleger verkaufen:

  • nicht am Tiefpunkt aus Logik
  • sondern aus psychologischem Druck

Und genau hier scheitert Buy & Hold in der Realität.

3. Buy & Hold funktioniert nur mit perfekter Disziplin

Buy & Hold setzt voraus, dass Anleger:

  • jahrzehntelang investiert bleiben
  • keine emotionalen Entscheidungen treffen
  • Rückschläge vollständig aussitzen
  • keine taktischen Anpassungen vornehmen

Das ist eine Idealannahme.

Studien zeigen regelmäßig:

Die tatsächliche Anleger-Rendite liegt deutlich unter der Marktrendite –
nicht wegen der Strategie, sondern wegen des Anlegerverhaltens.

4. Ein weiteres Problem: fehlendes Risikomanagement

Buy & Hold verzichtet bewusst auf:

  • Verlustbegrenzung
  • Trendfilter
  • aktive Risikosteuerung

Das bedeutet:

  • Verluste werden vollständig akzeptiert
  • Risiken sind implizit, nicht kontrolliert

Für Anleger mit:

  • begrenztem Anlagehorizont
  • wachsendem Vermögen
  • oder laufendem Kapitalbedarf

ist das oft nicht passend.

5. Strukturierte Alternativen: Regelbasiert statt emotional

Eine Alternative zu Buy & Hold ist nicht permanentes Trading oder Daytrading.
Sinnvolle Alternativen zeichnen sich aus durch:

  • klare Regeln
  • wenige, gut definierte Entscheidungen
  • systematisches Risikomanagement
  • Fokus auf Indizes statt Einzelaktien

Beispiele für solche Ansätze:

  • Trendfolgestrategien
  • taktische Allokation
  • zeitbasierte oder signalbasierte Umschichtungen

Ziel ist nicht:

den Markt zu schlagen um jeden Preis

sondern:

Kapitalschwankungen zu reduzieren und Erträge kontrollierbar zu machen

6. Warum Transparenz entscheidend ist

Unabhängig von der Strategie gilt:

Eine Anlagestrategie ist nur dann sinnvoll, wenn:

  • Regeln klar definiert sind
  • Ergebnisse messbar sind
  • Risiken offen kommuniziert werden
  • Entscheidungen nachvollziehbar bleiben

Gerade im Bereich aktiver Strategien ist Transparenz wichtiger als Versprechen.

7. Fazit: Buy & Hold ist kein Fehler – aber auch kein Allheilmittel

Buy & Hold ist:

  • einfach
  • günstig
  • langfristig sinnvoll

Aber:

  • psychologisch anspruchsvoll
  • schwankungsintensiv
  • ohne aktives Risikomanagement

Viele Anleger profitieren von regelbasierten Alternativen, die:

  • weniger Emotion erfordern
  • Drawdowns begrenzen
  • und besser zu ihrem Alltag passen

Die beste Strategie ist nicht die theoretisch beste – sondern die, die langfristig durchgehalten wird.

Passende Strategie zu diesem Thema

Zur Wochenbalance: Ideal für langfristig orientierte Anleger mit Fokus auf Risikokontrolle.

Zur Tagesdynamik: Für aktive Anleger, die Marktsignale gezielt nutzen möchten.

Kostenlos starten: Mache dich mit unseren Strategien und der Funktionsweise vertraut.

Weitere Beiträge

Der Zinseszinseffekt ist mathematisch korrekt, scheitert in der Praxis jedoch häufig an Volatilität und Anlegerverhalten. Nicht das Endergebnis, sondern der Weg dorthin entscheidet darüber, ob Vermögen tatsächlich aufgebaut wird. Erst eine umsetzbare Strategie ermöglicht es, den Zinseszinseffekt langfristig wirken zu lassen.

Können Dividenden wirklich der Schlüssel zu langfristigem Vermögensaufbau sein? Dieser Artikel zeigt, welche Rolle Dividenden im Zinseszins-Kontext spielen, welche Risiken häufig unterschätzt werden und wann Dividendenstrategien sinnvoll sein können – sachlich, mathematisch fundiert und ohne Mythen.